7 aufregende Anwendungen der Blockchain Technologie

7 aufregende Anwendungen der Blockchain Technologie

Die meisten Leute denken beim Wort Blockchain wahrscheinlich an Cryptocurrencies wie Bitcoin, Ethereum oder Dogecoin. Als Blockchain wird die Technologie bezeichnet, die hinter diesen digitalen Währungen steckt und dafür sorgt, dass jede Transaktion korrekt ausgeführt und aufgezeichnet wird. Tatsächlich könnte diese Technologie aber noch viel mehr, als nur digitale Währungen zu ermöglichen. Wir zeigen Ihnen heute sieben Möglichkeiten, wie die Blockchain Technologie auch fernab von Cryptocurrencies eingesetzt werden kann.

Bevor wir dazu kommen, erst ein paar erklärende Worte dazu, wie die Blockchain Technologie funktioniert. Wenn ein Nutzer mit einer digitalen Währung wie Bitcoin Waren oder Dienstleistungen bezahlt, dann wird jede Transaktion in einem “Block” aufgezeichnet. Sobald ein Block voll ist, wird der nächste Block erzeugt, der auf den vorherigen Block verweist. So entsteht eine durchlaufende Kette an Aufzeichnungen, die auch als Blockchain bezeichnet wird.

Was die Blockchain so einzigartig macht, ist ihr Aufbau. So wird zur Verifizierung neuer Blocks kein zentraler Server verwendet, wie das zum Beispiel bei traditionellen Banken der Fall wäre. Stattdessen handelt es sich bei der Bitcoin Blockchain um ein dezentralisiertes “Hauptbuch”, das von einem globalen Netzwerk von Nutzern zur Verfügung gestellt wird.

Diese Nutzer werden auch als “Miner” bezeichnet. Die Miner stellen die Rechenpower ihrer Computer zur Verfügung, um dadurch komplexe mathematische Probleme zu lösen und so sichere Blocks zu erzeugen. Jedes mal, wenn eines dieser mathematischen Probleme geknackt ist, wird ein neuer Block zur Blockchain hinzugefügt. Da jeder Block mit einen individuellen Zeitstempel versehen ist, bauen die Blocks aufeinander auf. Es ist praktisch unmöglich, in der Kette zurückzugehen und vorherige Blocks zu verändern.

Was diese Technologie für Unternehmer so interessant macht, ist dass die Blockchain eine Art “Brainy Contract” darstellt. Die Blockchain enthält einen bestimmten Code, der automatisch ausgeführt wird, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Aus diesem Grund wird die Technologie auch für digitale Währungen eingesetzt. Dadurch können Transaktionen automatisiert und garantiert werden, ohne dass dabei ein Mittelsmann wie eine Bank auftreten muss.

Neben digitalen Währungen kann die Blockchain Technologie auch noch für viele andere Zwecke eingesetzt werden. Einige spannende Möglichkeiten zeigen wir Ihnen im Folgenden.

#1 Blockchain Automatisierung

Die Blockchain Technologie könnte in der Zukunft für zahlreiche Automatisierungsmassnahmen genutzt werden. So hat die australische Software Firma Edgelogic bereits ein Konzept vorgestellt, wie die Blockchain Technologie als Brücke zwischen digitalen Zahlungen und dem Internet der Dinge agieren könnte.

Ein denkbares Einsatzgebiet wären Wise Homes. Bei Brainy Homes handelt es sich um Wohnräume, in denen bestimmte Vorgänge automatisiert oder ferngesteuert werden können. Die Blockchain Technologie könnte hier ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Wenn zum Beispiel ein Sensor im Haus bemerkt, dass eine Wasserleitung beschädigt ist, würde dies eine Reihe von Anweisungen auslösen. So könnte automatisch eine digitale Zahlung an einen Handwerker getätigt werden, der gleich vorbeischaut und sich des Problems annimmt. Ein Schaden könnte so behoben werden, bevor der Hauseigentümer selbst dies überhaupt bemerkt.

#Two Blockchain in der Musikindustrie

Auch die Musikindustrie könnte durch die Blockchain Technologie gehörig aufgemischt werden. Im Oktober two thousand fifteen veröffentliche das Unternehmen Ujo Musik den Prototyp für einen neuen Service, über den eine Single der Sängerin Imogen Heap zum Download angeboten wurde. Dieser neue Service gibt Fans und Käufern die Möglichkeit, die Single direkt mit einer Cryptocrrency namens Ether zu kaufen.

Imogen Heap geht aber noch einen Schritt weiter, als nur digitale Währungen für ihre Produkte zu akzeptieren. Sie plant den Aufbau einer Plattform namens Mycelium, über den Künstler ihre Werke direkt an Fans anbieten können, ohne dabei den Umweg über ein Plattenlabel zu gehen.

Blockchain bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, um die Musikindustrie regelrecht zu revolutionieren. Künstler und Rechtsinhaber könnten Titel registrieren und ihre Rechtsansprüche in der Blockchain eintragen, wobei Zahlungen automatisch und sofort mit Hilfe der Wise Contract Technologie abgewickelt werden. Die Künstler könnten darüber hinaus Richtlinien festlegen, in welcher Art und Weise ihre Titel verwendet werden dürfen.

So würde ein offener Marktplatz entstehen, der jedem die Chance gibt, diese Titel für neue Geschäftsmodelle, Apps oder auch Dienstleistungen zu verwenden, solange er sich innerhalb der festgelegten Richtlinien bewegt.

Noch im Frühstadium befindet sich der werbefreie Streaming Dienst und Marktplatz Peertracks. Peertracks erlaubt es den Nutzern, ihren Lieblingskünstlern ein Trinkgeld zu geben, als Sponsor aufzutreten oder sogar limitierte Sondereditionen und VIP Konzertpässe bestimmter Künstler zu kaufen. Sämtliche Zahlungen werden über die Blockchain Technologie abgewickelt, in der Transaktionen verzeichnet werden.

Die Blockchain fungiert in dieser Hinsicht als globale Datenbank für Urheberrechte, sowie als Mittel zur Zahlungsabwicklung. Sie ermöglicht den Künstlern eine transparente Buchführung, führt automatisch Tantiemen an die Künstler ab und erhöht deren Reichweite, so dass sie von mehr Fans entdeckt werden können. Die Fans können sogar als Investoren auftreten und dadurch direkt am Erfolg ihrer Lieblingskünstler teilhaben.

#Trio Blockchain in staatlichen Institutionen

Auch staatliche Institutionen können von der Blockchain Technologie profitieren. Die Isle of Man startete im Mai two thousand fifteen das erste staatliche Blockchain-Projekt. Die Technologie wird dazu eingesetzt, Unternehmen zu registrieren, die auf der Insel operieren und auf digitale Währungen zurückgreifen.

Die Idee besteht darin, Geldwäsche zu unterbinden, die Finanzierung terroristischer Organisationen zu verhindern und die Einhaltung internationaler Handelssanktionen zu garantieren. Blockchain bietet sich dazu sehr gut an, da jede Transaktion zu ihrem Auftraggeber zurückverfolgt werden kann.

Auch Honduras ist auf die Blockchain Technologie aufmerksam geworden. Mit Hilfe des US-Unternehmens Factom hat sich die Regierung des südamerikanischen Staates dem weit verbreiteten Betrug im Hinblick auf Grundstücks-Eigentumsurkunden angenommen. In der Vergangenheit wurde die nationale Datenbank des Landes gehackt und Bürokraten konnten sich selber die Rechte zu gefragten Grundstücken in exklusiven Lagen überschreiben.

Das neue System von Factom beinhaltet verifizierte Zeitstempel und sorgt dafür, dass sämtliche Daten dezentral gespeichert werden. So können die Daten jederzeit von unabhängigen Parteien auditiert werden und sind nicht mehr so leicht zu manipulieren, da sie nicht mehr wie vorher auf einem zentralen Server vorliegen. Allerdings hat das Unternehmen auch in dieser Hinsicht mit der weit verbreiteten Korruption in dem Land zu kämpfen. Obwohl das Projekt gute Fortschritte erzielen konnte, wurde Factom von Seiten lokaler Politiker immer wieder Steine in den Weg gelegt.

Trotz dieser Widerstände in Honduras führt Factom die Arbeit im Bereich der Grundstücks-Eigentumsurkunden fort. Zurzeit arbeitet das Unternehmen mit BitSapphire an einem Antikorruptions-Tool, dass zum Verwalten der Grundstücksdatenbanken im Kosovo verwendet werden soll. Auch hier bemüht sich das Unternehmen darum, Korruption einzudämmen und für einen einwandfreien Ablauf der Eigentümereintragungen zu sorgen.

#Four Blockchain und digitale Kunst

Der Bereich der digitalen Kunst schickt sich an, zu einem ernstzunehmenden Industriezweig zu werden. Zur digitalen Kunst zählen unter anderem Musik, Augmented Reality, GIFs und Pixel Art. Diese Werke nehmen immer mehr an Popularität zu. Allerdings gibt es in diesem Bereich häufig Probleme, wenn Künstler ihre digitalen Werke verkaufen möchten oder sogar als ihre eigenen ausweisen möchten. Digitale Kunst kann beliebig häufig vervielfältigt werden und so verschwimmen häufig die Grenzen zwischen Original und Imitat.

Es ist grundsätzlich nicht leicht festzustellen, ob es sich bei digitaler Kunst um ein Original oder eine Kopie handelt. Eine Reihe Unternehmen wie das Berliner Startup Ascribe oder Monegraph aus Fresh York nutzen Blockchain, um jeden einzelnen Transfer eines Werkes aufzuzeichnen. Dieser Prozess ist ganz ähnlich dem Vorgang, der auch bei Bitcoins angewandt wird.

So bleibt an jedem Zeitpunkt klar, wer der Urheber eines bestimmten Werkes ist. Digitale Kunst kann transferiert, ausgeliefert und verliehen werden, ohne dass dabei der Anspruch des Urhebers verloren geht. Darüber hinaus kann auch der Standort des Werkes im Internet aufgezeichnet werden, um die Geschichte davon festzuhalten. Der Käufer kann so jederzeit zurückverfolgen, welchen Weg ein digitales Kunstwert im Internet hinter sich hat.

#Five Open Ledger für Jedermann

Blockchain funktioniert wie ein zentrales Hauptbuch. Die Linux Foundation hat nun das Open Ledger Projekt angekündigt, um so die Blockchain Technologie weiter zu entwickeln. Das Ziel dieses Projekts besteht darin, ein Open Source Framework zu entwickeln, dass es Unternehmen der verschiedensten Industrien ermöglicht, auch in ihrem Bereich solch ein digitales Hauptbuch zur Aufzeichnung von Transaktionen einzusetzen.

Dieses Framework soll Entwicklern und Programmierern ein Werkzeug an die Mitt geben, um industriespezifische Apps, Plattformen und Hardware Systeme zu entwickeln, die verschiedene geschäftliche Transaktionen vereinfachen.

Das Projekt wird bereits von namhaften Unternehmen wie IBM und Intel unterstützt. Auch die Finanzbranche ist mit der London Stock Exchange Group und Grossbanken wie JP Morgan und Wells Fargo vertreten. Dieses Projekt könnte weltweit dafür sorgen, dass die Art und Weise wie geschäftliche Transaktionen durchgeführt werden komplett verändert wird.

Dass hier Banken und Unternehmen mit an Bord sind zeigt deutlich, wie attraktiv die Blockchain Technologie auch für traditionelle und konservative Branchen inzwischen geworden ist. Die Finanzindustrie kann inzwischen gar nicht mehr anders, als die Möglichkeiten dieser innovativen Technologie zu adaptieren und für ihre eigenen Zwecke einzusetzen.

2015 kam eine neue Cryptocurrency auf den Markt, die durch Laufen generiert wird. Während Bitcoins durch “Mining” produziert werden, müssen die Nutzer bei dieser neuen digitalen Währung einfach laufen, um zusätzliche Bitwalking Dollars zu erwirtschaften. Eine Smartphone App zählt die Schritte, die der Benutzer am Tag zurückgelegt hat und schreibt ihm für alle Ten.000 Schritte einen Bitwalking Dollar gut. Dieses Guthaben kann dann in einem Online Shop eingesetzt werden oder auch zu Bargeld umgetauscht werden.

Der japanische Elektronikhersteller Murata arbeitet bereits an einem speziellen Armband, das eine Alternative zum Smartphone darstellen soll. Mit Hilfe dieses Armbandes kann der Nutzer jederzeit ablesen, wie viele Bitwalking Dollars er bereits generiert hat.

Die Idee dahinter stammt von Nissan Bahar und Franky Imbesi, die damit bereits mehr als ten Millionen US Dollar an Kapital von japanischen Investoren für sich gewinnen konnten. Die beiden Gründer haben in der Vergangenheit bereits den Keepod auf den Markt gebracht, einen USB Stick, der wie ein Mini Computer funktioniert. Mit diesem Projekt wollten die beiden Entwicklungsländer wie Kenia unterstützen und auch dort möglichst vielen Menschen den Zugriff auf einen Computer ermöglichen.

#7 Blockchain zur Verbesserung von Versorgungsketten

Zahlreiche Grossunternehmen haben die Blockchain Technologie bereits im Auge, um damit Versorgungsketten einfacher und robuster zu gestalten. Die Blockchain könnte innerhalb einer Versorgungskette jeden Schritt aufzeichnen, den ein Produkt unternommen hat. Darüber hinaus kann damit der Herkunftsort von Produkten nachgewiesen werden. Dies würde besonders Konsumenten mehr Transparenz hinsichtlich des Herkunftsortes ihrer Waren gewährleisten.

So könnte ein Käufer zum Beispiel sehen, aus welcher Region ein bestimmtes Produkt stammt, ob zur Herstellung Kinderarbeit eingesetzt wurde oder welchen Weg eine Ware genommen hat, um letztendlich in seine Hände zu geraten. Besonders im Nahrungsmittelbereich ist diese Technologie interessant.

Viele Käufer sind hier sehr daran interessiert, welche Zutaten in bestimmten Produkten enthalten sind und wo sie herstammen. Die Blockchain Technologie könnte in dieser Branche für mehr Transparenz sorgen, wovon Käufer profitieren würden.

Wird das generell die neue Art, komplexere Daten zu speichern? Egal ob Wise Contracts, staatliche Datenbanken, Bitwalking oder digitale Kunst – wir bekommen aktuell einige spannende Möglichkeiten zu sehen, wie die Blockchain Technologie zahlreiche Bereiche unseres täglichen Lebens verändern könnte. Doch das ist nur der Anfang. Die meisten Projekte befinden sich noch in den Kinderschuhen und es liegt auf der Arm, dass hier quick täglich neue Ideen generiert werden und bestehende Technologien verfeinert werden.

Besonders die Open Ledger Technologie hat grosses Potential, vor allem in der Registrierung von Wählerstimmen oder im Gesundheitswesen. Der technologische Fortschritt hat ein rasantes Tempo aufgenommen. Fraglich ist dabei nur, ob politische Systeme, etablierte Unternehmen und auch die Endnutzer bei dieser Entwicklung überhaupt Schritt halten können. Denn letztendlich zählt vor allem, wie neue Technologien aufgenommen und von uns eingesetzt werden.

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